Wiler Zeitung / Was zählt, ist die Kunst
OBERUZWIL. Bei einem Glas Whisky ist die Idee von einer eigenen Galerie entstanden. Seit zwei Jahren sind sie nun die Betreiber der Galerie Fafou in Oberuzwil. Die ausgestellte Kunst darf auch etwas verrückt und ausgefallen sein.
Das «Fou» im Galerienamen ist bezeichnend für das Team, das dahintersteckt. «Zu später Stunde, bei einem Glas Whisky, ist der Gedanke einer eigenen Galerie entstanden», erzählt Urs Sohmer. «Es sollten Ausstellungsräume sein, die nicht auf dem Model einer herkömmlichen Galerie basieren, sondern bei der auch ausgefallene Arbeiten willkommen sind und bei der es nicht wichtig ist, woher die Künstler kommen, was sie bereits gemacht oder welche Ausbildungen sie absolviert haben. Das einzige was zählt, ist die Kunst.»
Mittlerweile können die Initiantinnen und Initianten der Galerie Fafou in Oberuzwil auf 17 Ausstellungen in zwei Jahren zurückblicken. Am Samstag beginnt die dritte Saison mit einer Gemeinschaftsausstellung.
Begegnungen schaffen
Das siebenköpfige Galerieteam hat sich vorgenommen, vielen Kunstschaffenden eine Plattform zu bieten. «Wir lassen den Künstlerinnen und Künstlern freie Hand, wie sie ihre Ausstellungen gestalten wollen. Auch verlangen wir keine Kommission für die verkauften Werke, sondern verlangen einen Mietzins für die beiden Ausstellungsräume», sagen die Betreiber. Wichtig ist ihnen aber, dass die Künstler anwesend sind, wenn die Ausstellungen geöffnet haben. «Wir wollen keine Verkaufsausstellungen, sondern Begegnungen und Auseinandersetzungen schaffen – zwischen Kunstschaffenden, ihren Werken und den Galeriebesuchern.»
«Schön wäre es, wenn die Galerie selbsttragend ist», sagt das Team. Zurzeit bezahlt es die Unkosten aus dem eigenen Sack. «Kommerz ist aber nicht das Ziel. Wir freuen uns über jede Ausstellung, welche in unseren Räumen hier im alten Fabrikgebäude an der Freudenbergstrasse stattfindet, und die Besucher die Galerie mit einem guten Gefühl im Bauch verlassen. Wir wollen keinen Druck, weder bei den Künstlern noch bei den Besuchern.»
Selber kreativ tätig
Beim Galerieteam fällt auf, dass sie alle in ihren Berufen oder in der Freizeit selber kreativ tätig sind, sei es als Designer, Textilentwerferin oder in der Fotografie. Einige von ihnen haben selbst schon ausgestellt. «Die Galerie macht uns materiell nicht reicher, dafür aber an Erfahrungen, Ideen und Inspiration», sagen die Betreiber.
Für das dritte Ausstellungsjahr haben sie sich vorgenommen, die Galerieräume vermehrt auch für kulturelle Veranstaltungen zu nutzen. «Das Fafou soll eine Plattform für Kunstschaffende sein und mit seinem speziellen Ambiente zum kulturellen Austausch animieren.»
