Wiler Zeitung / Licht, Form und Farbe

Wiler Zeitung / Licht, Form und Farbe

Vom 18. Oktober bis 6. November zeigt die Galerie Fafou in Oberuzwil Werke von Urs Sohmer und Thomas Bertolf. Die Doppelausstellung ist eine Mischung aus Fotografie und Malerei.

OBERUZWIL. Urs Sohmer zeigt in der neuen Ausstellung in der Galerie Fafou fotografische Werke in Analogtechnik, also mit Licht, Film und Chemie. «Ich möchte den Betrachter nicht in Sicherheit wiegen», sagt Sohmer. Es brauche etwas Zeit und Phantasie, um hinter die Geschichten der Bilder zu kommen. «Mein Ziel ist es, mit Hilfe dieser Mehrfachbelichtungen meinen Ideen und Gedanken einen Ausdruck zu verleihen.»
Die Bilder sind manchmal mehr und manchmal weniger abstrahiert. Damit wird dem Betrachter möglichst viel Gedankenspielraum gegeben. Sohmer: «Je weniger man weiss, desto mehr kann sich die Phantasie entfalten».

Arbeit in der Dunkelkammer
Er vertritt eine etwas andere fotografische Auffassung als nur das gewohnte, einfache Abbilden der Realität. Bei ihm ist das Foto mit dem Betätigen des Auslösers in der Regel noch längst nicht gemacht. In der Dunkelkammer beginnt für ihn ein weiterer kreativer Arbeitsprozess, bei dem er seine «Lichtbilder» als autonome Werke kreiert. Dabei bedient er sich aller verfügbaren Tricks und Techniken, auch unorthodoxer Arbeitsweisen, um die von ihm beabsichtigte Wirkung zu erzielen. Bei den gezeigten Fotos bedient sich Urs Sohmer der sogenannten $andwichmontage, das heisst, er legt mehrere Negative übereinander. Das Farbspiel wird ebenfalls in der Dunkelkammer mit Hilfe spezieller Rezepturen erzeugt.

Thomas Bertolfs monochrome Bilder haben eine besondere Aussage. Die figürlichen Porträtausschnitte entführen den Betrachter in eine Art der phantastischen Kunst. Kombiniert und verschmolzen mit abstrakten Elementen, entstehen surreale Bilder einer unwirklichen Wirklichkeit.

Wirklichkeit im Unbewussten
Zu seinen grundsätzlichen Gedanken gehört die Auffassung, dass es keine objektiv gegebene äussere Wirklichkeit gibt, sondern eine eigene Wirklichkeit des Menschen im unbewussten Sein. Bertolfs «monochrome» Malerei beschränkt sich auf den Gebrauch einer zumindest vorherrschenden Grundfarbe. Die Idee wird direkt mit Kohle auf die Leinwand gezeichnet und danach in verschiedenen Maltechniken ausgearbeitet.
Die Abstraktion von Form und Farbe ist ihm wichtig. So entstehen transzendente Räume für die eigenen Interpretationen und Empfindungen.

Synthetische Klangwelten
Traumhaftes, Unbewusstes und Phantastisches, das sind die Merkmale seiner in der Oberuzwiler Galerie gezeigten Bilder und insofern auch das, was die Werke der beiden Aussteller miteinander verbindet. Für Liebhaber synthetischer Klangwelten wird das Synthesizer Treffen Schweiz am 25. Oktober von 19 bis 23 Uhr live an der Ausstellung ihre improvisierte Musik zum Besten geben. Ein Mix aus Ambiente, Electro, Funk, Pop und experimenteller Musik.

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